Ein eher stilles Sommerschloss in der mecklenburgischen Landschaft und zugleich Schauplatz eines Ereignisses, das sich tief in das Gedächtnis des 19. Jahrhunderts eingeschrieben hat. Das ist Schloß Hohenzieritz. Hier starb am 19. Juli 1810 Königin Luise von Preußen, gerade einmal 34 Jahre alt. Geboren als Luise von Mecklenburg-Strelitz, war sie eine Tochter Herzog Carls II., der Hohenzieritz als Sommerresidenz nutzte. Als preußische Königin wurde Luise schon zu Lebzeiten außerordentlich populär; nach ihrem frühen Tod entstand um sie ein beinahe mythischer Erinnerungskult. Sein vielleicht unmittelbarstes Zeugnis findet sich noch heute im Schloss: Luises Sterbezimmer blieb als Erinnerungsraum erhalten und bildet den Mittelpunkt der heutigen Gedenkstätte. Möbel, Bilder und Büsten erzählen von ihrem Leben und Nachleben, darunter eine originale Hohenzieritzer Marmorbüste. Es ist ein kleiner Raum, der einen großen historischen Moment erstaunlich greifbar macht.
Doch Hohenzieritz lohnt sich nicht nur wegen des Schlosses. Der Landschaftsgarten nutzt die bewegte Endmoränenlandschaft, öffnet Blicke in die Umgebung und lässt Architektur und Natur ineinander übergehen. Nach Luises Tod kam ein weiterer Erinnerungsort hinzu: ein kleiner klassizistischer Rundtempel, der Luisentempel, mit ihrer Büste im Zentrum. Zum Ensemble gehört außerdem die ungewöhnliche Rundkirche von 1806. Schloss, Kirche, Park und Memorial bilden gemeinsam einen Ort, an dem sich Architektur, Gartenkunst und Erinnerung über mehr als zwei Jahrhunderte miteinander verbunden haben.
2026 lohnt sich ein Besuch ganz besonders: In diesem Jahr wäre Königin Luise 250 Jahre alt geworden. Schloss Hohenzieritz erinnert mit einem eigenen Luisenjahr an seine wohl berühmteste Bewohnerin.







