Im historischen Ortskern von Zempow, gegenüber der Dorfkirche und Teil einer traditionellen Gehöftreihe, findet sich ein Hofensemble, das seine Wurzeln bis in die Wiederbegründung des Dorfes um 1700/01 zurückverfolgt. Die Anlage umfasst ein eingeschossiges Wohnhaus in Fachwerk- und Massivbauweise sowie drei Wirtschaftsgebäude, die den Hof nach Westen, Osten und zur rückwärtigen Seite räumlich fassen. Auf rund 7.280 m² entsteht ein Gefüge aus Geschichte, Nutzbarkeit und Entwicklungspotenzial.
Haben Sie den Mut, ein Stück Zeitgeschichte behutsam in die Moderne zu führen?
Das Wohnhaus von 1701 gehört zu den frühesten erhaltenen Bauten des neu angesiedelten Dorfs. Es zeigt die typische Struktur eines märkischen Doppelstubenhauses: ein mittiger Flur erschließt vorn Stuben und Kammern, nach hinten folgen ehemalige Küche und weitere Räume. Um 1900 erhielt das ursprüngliche Fachwerkhaus, welches in Lehm- und Ziegelbauweise errichtet wurde, seine symmetrisch gegliederte neoklassizistische Fassade mit sechs Rechteckfenstern, profilierten Putzrahmen und einer zweiflügeligen Haustür, die mit Pilastern gerahmt ist und florale Jugendstilelemente trägt. Hofseitig haben sich 3 Kreuzstockfenster erhalten, die 3 historischen Fenster auf der rechten Seite wurden 2015 denkmalgerecht nachgestaltet und ersetzt. Im hinteren linken Zimmer steht ein Kachelofen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter dem Haus liegt teilweise ein Keller aus Feldsteinmauerwerk, der Dachraum wird von einer Kehlbalkenkonstruktion getragen. Die Wohnfläche beträgt etwa 118 m², ergänzt durch Dachboden mit Ausbaureserve, Anbau und den traditionellen Kartoffelkeller .In den Jahren 2022/23 wurden Teile des Hauses unter Verwendung von Naturmaterialien wie Hanf, Lehm und Kalk behutsam gedämmt und saniert. Das Ergebnis ist ein spürbar natürliches Raumklima. Im vorderen Wohnraum wurden bewusst die originalen Materialen, Balken und Gefache von 1701 teilweise sichtbar erhalten.
Insgesamt besteht das Ensemble aus dem Wohnhaus, zwei Wirtschaftsgebäuden (westlich und östlich davon), einer rückwärtigen Scheune und der an das westliche Wirtschaftsgebäude angebauten alte Schmiede. Das Gesamtbild ist authentisch und vielschichtig: ein Denkmal, das die bauliche Entwicklung vom frühen 18. bis ins 20. Jahrhundert anschaulich vereint, in Teilen bereits behutsam erneuert wurde und zugleich Raum für eine neue, sorgfältige Sanierung und moderne Nutzungen bietet.