Ein kühler Abend um 1925. Über den Hof zieht feuchte Luft, aus Stall und Scheune klingt noch ein letztes Geräusch nach. Eine Magd geht schnellen Schrittes an der Dorfstraße entlang zum Backsteinhaus, die Hände rau vom Wasser, der Tag schwer in den Schultern. Drinnen knarrt die Holztreppe, oben wartet ein kleines Zimmer, ein Kachelofen, und ein Bett, das zwar nicht groß aber tröstlich ist. Warme Socken, die Decke bis ans Kinn, endlich Ruhe.
So ähnlich mögen die Abende vor etwa 100 Jahren hier ausgesehen haben. Heute öffnet das denkmalgeschützte Gesindehaus von 1920 seine Türen und sucht nach neuen Geschichten. Ein kräftiger Backsteinbau, der nicht weit vom Gutshaus entfernt an einer ruhigen Durchgangsstraße liegt, so platziert, dass die Wege kurz blieben und die Arbeit organisiert werden konnte. Auf rund 200 m² Wohnfläche verteilen sich 15 Zimmer, ergänzt um ein Badezimmer, ein separates WC, zwei Kammern und einen großen Dachboden, der als Ausbaureserve bereitsteht. Im Inneren haben sich prägende Details erhalten: ursprüngliche Dielen und Holzböden, eine Holztreppe sowie Fachwerkmauern. Beheizt wird das Haus derzeit über Kachelöfen; ein neuer Wasser und Stromanschluss ist bereits vorhanden.
Auf dem vollständig eingezäunten Grundstück von 1.374 m² spannt sich ein geschützter Innenhof auf, ergänzt um Scheune mit Heuboden und Stall.
Da das Gebäude auf der Denkmalliste des Landkreises Vorpommern Rügen geführt wird, können sich bei einer Sanierung steuerliche Aspekte wie Denkmal AfA anbieten. Ebenso kann eine Förderung im Kontext energieeffizienten Sanierens, etwa über KfW Programme, grundsätzlich in Frage kommen, jeweils abhängig von Vorhaben, Nachweisführung und den aktuellen Bedingungen der Förderstellen.