In einem Landschaftspark bei Süderholz, südlich von Stralsund, liegt die Anlage als gewachsener Baukörper aus mehreren Jahrhunderten. Aus einer mittelalterlichen Wasserburg, die ursprünglich als „Festes Haus“ mit Gräben und Wallanlagen geschützt war, wurde im Laufe der Zeit ein über hundert Meter langer Gebäudekomplex, in dem sich unterschiedliche Epochen aneinanderreihen. In Teilen der Überlieferung wird Klevenow sogar als eine der frühesten Steinburgen im Norden genannt. Der Ursprung sitzt im Süden: dort, wo das Feste Haus mit seinen Ecktürmen den ältesten Kern markiert. Nach Norden werden die Gebäude jünger, ruhiger, mehr Wohnsitz als Wehr. Und auch im Park bleibt die alte Logik des Ortes spürbar, denn im Gelände lassen sich bis heute Linien erahnen, in denen Gräben und Wälle zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert die Anlage gefasst haben.
Auf rund 1.004 Quadratmetern Wohnfläche und in 40 Zimmern liegt hier ein seltener Maßstab vor: zwei Vollgeschosse, teilweise unterkellert, massiv gebaut, unter einem Satteldach, mit einer nach und nach gewachsenen Grundstruktur.
Der älteste Teil, das Feste Haus im südwestlichen Abschnitt, setzt einen klaren Kontrapunkt: stärkeres Mauerwerk, ein wehrhafterer Charakter, zwei polygonal wirkende Ecktürme und am Sockel jene Fundamentabsätze, die noch aus der Zeit stammen, als Wasser und Graben zur Verteidigung gehörten. Daran schließen sich nach Norden die späteren Bauabschnitte an, die die Anlage strecken und verbinden: vom schlossartig erweiterten Wohnteil über den markanten Arkadenbau bis zum längeren Nordbau des 19. Jahrhunderts, der den Komplex abschließt und ihm seine heutige Länge gibt. Innen prägen große Fensterflächen und erhaltene historische Elemente das Bild, darunter Rundbogenfenster im Erdgeschoss, freigelegte Balken im Obergeschoss, sichtbares Fachwerk im mittleren Teil der Rückseite sowie Details an Türen und Bauteilen, die dem Haus seine Handschrift lassen.
Auch die Nutzung ist bereits angelegt. Das Erdgeschoss ist in drei Einheiten gegliedert, jeweils mit separaten Zählern und Klingelanlagen, was eine klare Ordnung schafft, wenn man Wohnen und Nutzung trennen oder kombinieren möchte. Im Obergeschoss stehen zwei Kaminöfen zur Verfügung, weitere Züge gelten als nutzbar, aktuell erfolgt die Beheizung über Strom. Und zur Ehrlichkeit gehört ebenso: Das Erdgeschoss ist weiterhin sanierungsbedürftig, auch wenn in den letzten Jahren bereits Modernisierungen umgesetzt wurden, unter anderem an Elektrik, Bädern und Ausbauflächen.